Review - enRoute Lynx
Lynx Kiste
Der Lynx ist ein 4WD Truggy der japanischen Firma enRoute. Der Maßstab ist 1/16. Der Lynx wird in verschiedenen Konfigurationen angeboten. Meiner ist in der maximalen Ausstattung. Das heißt mit Karosserie, Brushless Motor und Fahrtenregler. Bei den BL Motoren kann man aus zwei verschiedenen wählen. Der enPower24CAR-3400 (24.480 U/min bei 7,2 V) oder enPower24CAR-4200 (30.240 U/min bei 7,2 V) sind die Optionen. Natürlich kann auch ein konventioneller Motor eingebaut werden.
Bei den Karosserien steht ein Käfer oder ein Pickup zur Wahl.
Für die Zukunft ist geplant auch eine reine Onroad Version anzubieten. Der Lynx läßt sich allerdings jetzt schon mit härteren Federn und Tourenwagenreifen sehr flott auf Asphalt bewegen.

UPDATE: Es ist seit kurzem auch eine Lynxseite in englisch verfügbar: www.team-lynx.com.

Der Bausatz

Lynx Kiste
Der Karton kommt schmucklos daher.
Der Bausatz kommt recht schmucklos in einer Pappkiste daher. Eine Anleitung lag meinem Kit nicht bei. Ich habe sie auf der Internetseite von enRoute heruntergeladen. Die Anleitung ist nur in japanisch verfügbar und besteht hauptsächlich aus Text und ein paar Photos. Wer noch nie ein RC-Auto zusammengebaut hat und des japanischen nicht mächtig ist, dürfte einige Schwierigkeiten haben.
Der Aufbau geht dann zügig voran. Alles ist kugelgelagert. Dem Bausatz liegen 24 Lager bei. In die Kugellager ist für eine lange Lebensdauer Fett eingepresst. Wer das letzte Quentchen Tempo herausholen will, sollte das Fett entfernen und Öl verwenden.
Schrauben, Kugelköpfe und Diffkugeln sind mehr als notwendig beigelegt. Dafür ein dickes Plus. Außerdem waren in meinem Set noch dünne Beilegscheiben, um das Diffspiel zu justieren und Aufnahmen für drei verschiedene Radtypen (Original, Kyosho Inferno und Standard 1/10 Tourenwagen).
Das Kit enthält bereits einige in orange eloxierte Aluteile. Diese verleihen dem Lynx ein sehr wertiges Aussehen.
Im Set waren allerdings drei innere Diffgehäusehälften und nur eine äußere. Eine Mail an enRoute und ich hatte das Teil am nächsten Tag (das Hauptquartier von enRoute ist allerdings auch nur 4km entfernt, wie ich später erfuhr). Dennoch scheint der Service sehr gut zu sein.

Zusammenbau

Ohne Zeichnungen nicht ganz leicht. Allerdings sind sehr viele Teile gleich. Die Schwingen sind vorne und hinten gleich. Kugellager gibt es in drei verschiedenen Größen. Mit etwas Sachverstand läßt sich leicht erschließen, wo welches Teil hingehört. Die Inbusaufnahmen der Kugelköpfe sind nicht sonderlich präzise. Man muß den Schlüssel ordentlich reindrücken, damit er greift. Der Servohebel ist beim Einschrauben des Kugelkopfes an der dünnen Wandung aufgebrochen. Ein paar tropfen Sekundenkleber konnten das aber beheben. Die Chassiswanne sollte man entgraten. Ebenso die obere Brücke.

Konstruktion

Lynx Diff
Das Diff in Einzelteilen und komplett.

Lynx Hinterachse
Die Hinterachse mit offenem Diffgehäuse.

Lynx Kardan
Die Standardkardans mit Kreuzgelenk aus Plastik.
Der längs eingebaute Motor gibt über ein Zahnradpaar (12er Ritzel, 46er Zahnrad, 0,5er Modul) seine Kraft auf die recht lange Welle vorne und die sehr kurze Welle hinten weiter. Die Lösung mit zwei Antriebswellen ist sehr clever, weil dadurch negative Einflüsse auf den Antrieb vermieden werden, wenn das Chassis sich verwindet. Vorne und hinten werden Kegelräder mit Kugeldiffs (2,42 Untersetzung) verbaut. Die Diffs sind wie bei den meisten Shaft Drive Tourenwagen aufgebaut. Der gesamte Antrieb ist relativ gut vor Dreck geschützt.
Die Räder werden mit Schrauben befestigt. Die unteren Schwingen sind vorne wie hinten gleich. Gut, da man Ersatzteile spart. Die Konstruktion der Chassiswanne und Brücke ist sehr flexibel ausgelegt. Das Verwinden des Chassis ist gewollt und dient den Fahreigenschaften. Ein weiterer Vorteil ist, daß das flexiblere Material nicht so schnell bricht. enRoute sagt, daß bei einem schweren Crash gezielt leicht zu wechselnde bzw. günstige Teile brechen sollen. Das wären die Dämpferbrücken, um Schaden von den Federbeinen abzuhalten, das kleine Kegelrad im Diffgehäuse und die Halterung für die unteren Schwingen am Chassis. Ob die Rechnung aufgeht, muß sich noch herausstellen. Die Idee ist jedenfalls gut.
Die Dämpfer sind mit Öl gefüllt. Auch ihr Aufbau gleicht denen der großen Brüder. Verschiedene Einhängepunkte gibt es nicht.
Die Akkuhalterung erlaubt sowohl den Einsatz von LiPo-Packs, als auch von maximal sechs 2/3 Zellen.
Sehr schön ist, daß man bei der Wahl der Räder sowohl die Originalräder, 1/10er Tourenwagenräder und die Räder andere Minicars (HPI Minizilla und Kyosho Mini Inferno) nutzen kann.
Die Lenkung ist komplett kugelgelagert. Ein kleiner Servosaver fand noch Platz. Vorspur und Sturz sind fix. Wenn man will, lassen sich aber die Standardteile gegen Links-Rechts-Gewindestangen wechseln.
Das 26cm lange und 20cm breite rolling Chassis mit Fahrtenregler, Servo und Brushless Motor bringt 500 Gramm auf die Waage. Eine NiMH Akku bringt es auf 150 Gramm. Der LiPo Akku mit zwei Zellen hat 75 Gramm. Bei diesem geringen Gewicht ist die Beschleunigung natürlich brachial.
Lynx Chassiswanne Lynx ESC
Die flexible Chassiswanne. Der Fahrtenregler.
Lynx Chassis Lynx Rolling Chassis
Der Antrieb über zwei Wellen. Fahrfertig mit LiPo Akku.

Fahrtest

Im Gelände saugt die Federung jede Unebenheit auf. Man merkt deutlich, daß der Lynx auf Rennen getrimmt ist. Das Sprungverhalten ist gutmütig. Durch das geringe Gewicht lassen sich Korrekturen in der Luft leicht ausführen. Die Charakteristik der Federung/Dämpfung läßt sich gut über verschiedene Öle und Federn abstimmen. Das Standardsetup ist recht gutmütig mit leichtem Untersteuern bei schnell gefahrenen Kurven. Der BL Motor ist giftig. Wenn man stark beschleunigt, kann man schon etwas agressiver in die Kurve gehen, da das Heck ausbricht. Trotz einiger spektakulärer Überschläge gab es keine gebrochenen Teile.

Tuning

lynx tuned
Einige der Tuningteile. Die Radträger aus Alu sind von einer limitierten Erstserie, sollen aber wieder produziert werden.
enRoute bietet einige Tuningteile an. Es gibt vier verschieden harte Dämpferfedern, Kardans, Aluaufnahmen für die Räder, lange und kurze Dämpfergehäuse aus Alu, Alulager für die Schwingenaufnahme, Servosaver aus Alu und eine Alumotorplatte mit Kühlkörper. Das Tuning ist -genauso wie die Ersatzteile- sehr günstig.

Empfehlung

Der Lynx ist sehr preiswert, sowohl was die Anschaffung, als auch den Unterhalt betrifft. Der Einsatzbereich geht von trialartigem Offroad über Race Offroad und Rundkursrennen auf Asphalt bis zu Höchstgeschwindigkeitsrennen. Kurz: Das Ding ist extrem vielseitig und macht echt Laune. Daß man dabei noch manchem 1/10 Fahrer auf die Pelle rücken kann (nur auf der Rennstrecke natürlich) spricht für die Qualität des neuen Autos. Es macht schlicht und ergreifend Spaß.

Videos

Alle Videos sind im wmf-Format und von der Lynxseite.
Lynx im Velodrom
Highspeedrennen in Amerika
Lynx in Kalifornien
SoCal Raceway
Highspeed und Sprünge
Lynx in Marioka
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