Baubericht - HPI Switch
HPI Switch
Nachdem ich mich schweren Herzens von meinem doch recht erfolgreichen Xpress Mini Road Runner II getrennt habe, musste etwas Neues her. Der neue Beat ISW von Miwa Hobby ist leider noch nicht erhältlich und der A210 von Active Hobby ein absoluter Traum, aber auch nicht gerade ein Schnäppchen. Beide sind 4WD. Meine Wahl fiel auf einen echten Plastikbomber. Etwas, was ich sonst nicht gerade bevorzuge. Aber die Konstruktion erschien mir interessant genug, um ihm etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Der Switch von HPI wird auf den Vorderrädern angetrieben.

Der Baukasten

Der Karton enthält einen schönen Fiat Abarth 500 Body; leider nicht den alten. Decals und Masken für die Scheiben sind enthalten. Ebenso Lightbuckets aus Lexan.
Ausserdem befindet sich ein günstiger Stockmotor mit 35 Turns in der Schachtel. 35T machen Sinn, da Motoren dieser Wicklungszahl in Japan bei M-Chassis-Rennen meistens verwendet werden. Einen viel schnelleren Motor wird man dem Chassis im Baukastenzustand auch nicht zumuten wollen. Mal abgesehen davon, daß gute 35T-Motoren (also nicht der enthaltene) sehr schnell sind. An reinen Chassisteilen sind sehr wenige im Karton.
Reifen und Felgen sind ebenfalls enthalten; jedoch keine Reifeneinlagen.

HPI Switch

Die Konstruktion

Der Motor sitzt sehr weit vorne. Das macht bei einem Fronttriebler Sinn. Hat man doch meist Probleme genug Griff auf die Vorderachse zu bekommen. Der Servo musste also nach hinten und er vermittelt seine Dienste mittels dieser hässlichen Plastikstange, die bei HPI so beliebt ist.
Die Chassiskonstruktion ist sehr interessant. Es werden nur sehr wenige Teile verwendet. Alles ist sehr integriert. Hinten wie vorne, rechts wie links werden in der Aufhängung die gleichen Teile verwendet. Das Chassis kann mit 210mm oder 225mm Radstand gebaut werden. Ich habe es als echtes M-Chassis -also mit 210mm- aufgebaut.
Offset kann von 0mm bis 4mm variiert werden. Bei der Anbringung der Karosseriehalter hat man eine ähnliche Bandreite an Variationen. Es sollten sehr viel Karos gut auf diesem Chassis aussehen.

Die Chassiswanne

Das Plasik macht einen sehr guten Eindruck. Die Vorder- und Hinterachseinheiten werden aufgeschraubt. Die Abdeckung über dem Hauptzahnrad schnappt ein und ist ohne Werkzeug zu öffnen. Das gleiche gilt für den Akkuhalter. Das Akkufach ist 140mm x 48mm groß. Die meisten Lipos mit Kabelausgängen nach oben passen ohne Probleme. Wenn man den Schappmechanismus für den Akkuhalter demontiert, sollten auch Lipos mit Kabelausgängen an der Stirnseite passen. Der Akkuhalter kann dann nicht mehr verwendet werden. Es ist aber genug Platz, um an den Längswänden im Chassis Schlitze einzuschneiden und dann mit einem quer angebrachten Klebe- oder Klettband den Akku ruhig zu stellen.
In der Wanne ist bemerkenswert viel Platz für ein M-Chassis.

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Der Antrieb

Das Differential ist als konventionelles Kegeldiff aufgebaut. Die Metallräder laufen von Anfang an ohne Hakeln. Zwei Kugellager betten das Diff in der Chassiswanne ein. Ein Kegelrad verbindet das Hauptzahnrad mit dem Differential. Eine Übersetzungsanpassung kann nur über das Ritzel stattfinden.

HPI Switch
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Die Diffausgänge sind vierteilig. Auf der Innenseite wird ein Stahlteil in das Diff gesteckt. Dieses wird mit einer Plastikaufnahme, die den Knochen aufnimmt, verstiftet. Der Stift wird duch einen Aluring gesichert. Die Passung ist sehr stramm; nichts schlackert.

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Der Antrieb sieht zunächst nach 4WD aus.

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Der Motorhalter ist aus Plastik. Eine Ausbuchtung in diesem passt in eine Vertiefung im Chassis. Somit ist perfektes Zahnflankenspiel für das beiliegende 25-Zähne Ritzel garantiert. Will man andere Ritzel fahren, muß man die Ausbuchtung abschleifen. Eine Lehre fluchtet das Ritzel mit dem Hauptzahnrad.

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Vom Differential zu den Rädern sorgen Knochen für die Kraftübertragung.

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Die Aufhängung

Aus dem Baukasten raus ist der Switch nur gefedert. Eine Dämpfung fehlt. Diese ist als Tuningteil erhältlich (oder eben noch nicht, wie ich ärgerlicherweise nach dem Kauf des Kits bemerkte). Die Federn befinden sich zwischen oberem Schwingenarm (der ja eigentlich keine Schwinge mehr ist, da er sich nicht bewegt) und Knuckle (Radträger). Einen einzelnen Kingpin zur Führung gibt es nicht; diese Aufgabe kommt einem Zapfen, der Teil des Radträgers ist, zu. Auf diesen kommt die Feder. Das ganze wird dann durch die obere "Schwinge" gesteckt und mit einem Plastikring gesichert. Es ist eine Mischung aus F1- und Tourenwagenaufhängung. Aktuell sind keine Federn anderer Härte angekündigt. Es bleibt zu hoffen, daß HPI da noch was bringt.
Die vorderen Schwingen werden entweder auf einer kurzen oder einer langen Bumperplatte befestigt. Das ist praktisch bei Karosserien mit kurzem vorderen Überhang. Eine echter Stossfänger aus Polyurethan fehlt. Das Plastik des Bumpers ist zwar recht elastisch, kann aber einen Schaumstoff nicht ersetzen. Hier wird man sich wohl etwas basteln müssen; falls genug Platz in der Karo ist. Der Block aus Aufhängung und Bumper wird schliesslich auf der Chassiswanne verschraubt.

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Die Radwellen sind kugelgelagert. In der Anleitung ist darauf zu achten, dass die Mutter für die Radschrauben und der Haltebolzen schon verbaut sind. Ich hatte eine zeitlang nach beiden Teilen gesucht bis ich den Vermerk in der Anleitung sah.

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Der hintere Aufhängungsblock kann in zwei verschiedenen Positionen am Chassis verschraubt werden. So kommen mit verschieden langen hinteren Modulen die zwei Radstände von 210mm und 225mm zustande.

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Radhalter, Schwingen und Radwellen sind vorne wie hinten gleich. Im hinteren kurzen Modul ist ein Diffusor in die Platte integriert; sieht schick aus.
Bei der Einstellung des Offsets bzw. der Chassisbreite glänzt der Switch. 0mm, 2mm oder 4mm pro Seite sind möglich. Mit einer längeren Radschraube sicher auch mehr, was der Performance aber nicht zu Gute kommen dürfte. Dennoch eine feine Sache, weil man die Breite (Standard ist 164mm) perfekt auf Scalekarosserien abstimmen kann. Oder -noch wichtiger- durch eine breitere Spur vorne als hinten die permanente Neigung zu Highsidern bei M-Chassis -besonders frontgetriebenen- verringern kann.

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Die Lenkung

Die Lenkung ist ein Graus. Anders kann man es nicht sagen. Es war schon schmerzlich sie überhaupt zusammenbauen zu müssen. Fühlte ich schon einen leichtes Ziehen als ich entdeckte, dass man zwei Kugellager für die Lenkung einsparte (es werden recht weiche Plastikscheiben verwendet), verstärkte sich dieses zu einem stechenden Schmerz als kingpinartige Schrauben an Stelle von Kugelköpfen (am ganzen Modell gibt es keine Kugeköpfe!) verwendet werden sollten. Letzlich lag ich wimmernd am Boden als sich mir das erbärmliche Resultat in all seiner Windig- und Schlottrigkeit präsentierte.
Naja.... ganz so dramatisch war es nicht. Man wird sich dennoch einiges einfallen lassen müssen, um die Lenkung auf ein akzeptables Niveau zu bringen.

HPI Switch
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Sonstiges

Der Servosaver kommt ohne Metall aus und ist etwas hakelig. Für die Geschwindigkeit, die mit dem Stockmotor erreicht werden kann, ist er genügend stabil.

HPI Switch

In der Anleitung werden jeweils drei verschiedene Montagevariationen der Karosseriehalter für die zwei Radstände vorgeschlagen. Das sollten alle M-Chassis Karosserien passen. Das Material ist extrem flexibel.
0mm- und 4mm-Hubs liegen bei. Zusätzliche vier Distanzstücke von 2mm Dicke.

HPI Switch Das Chassis bietet keinerlei Einstellmöglichkeiten. Es ist alles auf Haltbarkeit, einfache Bedienung und Fahrspaß ausgelegt. In Japan gehen solche Konzepte meist sehr gut auf.

Tuning

Am Ende der Bauanleitung sind einige Tuningteile abgebildet. Ich will sie hier kurz vorstellen und die Nützlichkeit höchst subjektiv bewerten. Ein Lippenstift steht für Kosmetik, ein Zahnrad für Performancegewinn.

Dämpferset geargeargear
Stabilisatoren geargeargear
Titanschrauben lipstick lipsticklipstick
Titan R/L-Gewindestange mit Kugelköpfen geargearlipstick
Motorhalter aus Alu geargeargear
Abstandshülsen aus Alu lipsticklipstickgear
Kugellager für die Lenkung geargeargear
Hubs aus Alu geargearlipstick

Fortsetzung mit Fahrbericht und Umbauten folgt...

www.rc-race-and-drift-japan.com
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